haha leute, ich hatte bis jetzt eine geile woche! seit freitag bin ich endlich, ENDLICH wieder in meiner eigenen wohnung in großenhain und ich kann euch gar nicht sagen, wie klasse das ist. vom ersten moment an, in dem ich in meinen flur gehumpelt kam, hat sich alles so richtig angefühlt und es war fast normal. ich habe einen wunderschönen, alltäglichen abend auf der couch mit meinem freund verbracht und mich auf samstag gefreut, denn für diesen tag hatten sich freunde von uns angekündigt und wir wollten außerdem in die chemiefabrik nach dresden zum konzi einer punkband. samstagmittag waren jedoch die ergebnisse meiner blutuntersuchung da, und wie hätte es anders sein sollen: mein hb-wert war zu niedrig, und ich musste meine sachen packen und in die notaufnahme nach dresden fahren. ich hab vielleicht abgekotzt! die ganze vorfreude und aufregung futsch, es sollte also doch nur einer dieser üblichen samstagabende im krankenhaus werden. in dresden versuchten die schwestern und ärzte alles, um mir so schnell wie möglich neues blut zu verabreichen, damit ich mich abends vielleicht doch noch auf die socken machen könnte. mein freund hat tapfer mit mir am bett gewartet, aber das blut tropfte quälend langsam. der arzt, der mich behandelte, war auch noch derselbe, der mich damals auf die krebsstation aufgenommen hatte, und den ich schon seit monaten nicht mehr gesehen habe. er rechnete (sehr optimistisch) mit 22.00 uhr, und die stunden verstrichen. um 8, um 9, um 10, um 11…. ich bin vor ungeduld fast aus dem bett gesprungen! am liebsten hätte ich mir den blutbeutel vom leib gerissen und wäre heimlich geflohen. aber das wäre verschwendung wegen des schönen blutes gewesen, also hab ich weiter ausgeharrt…. um 1 uhr nachts war es dann soweit, und marcel und ich sind sofort in die chemo gedüst. wegen rollstuhl- und krebsbonus kamen wir sogar kostenlos rein. monatelang habe ich diesen abend bis ins kleinste detail geplant, was ich anziehen werde, was ich sagen werde und, und, und. und dann kommt alles natürlich ganz anders, aber naja – das ist punkrock
cotzraiz hat ein geiles konzert hingelegt, ich hab endlich wieder ein paar alte freunde getroffen und es war einfach nur klasse. bis auf die tatsache, dass mich selbst die punker dort anstarrten, dass ich kein bier trinken und nicht tanzen konnte, war es wie immer. sobald die ersten töne erklungen, war ich wieder ich. und das war ein verdammt gutes gefühl!
am montag muss ich wieder zum nächsten chemozyklus in die klinik fahren, aber bis dahin habe ich noch ein wenig urlaub vom krebs, und den werde ich genießen, da könnt ihr euch sicher sein.